Die Zukunft der Erinnerung.
80. 
Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen 1941 und das „sowjetische Gepäck“

 Vortrag mit Prof. Dr. Hans-Christian Petersen 

Prof. Dr. Hans-Christian Petersen, Gastprofessor für „Migration und Integration der Russlanddeutschen“ am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg.

Der 28. August 1941 ist der zentrale Gedenktag der Russlanddeutschen. Das Datum steht für den Beginn der stalinistischen Zwangsumsiedlungen, in deren Folge rund 900.000 Menschen von der Wolga, aus der östlichen Ukraine, dem Kaukasus sowie weiteren Gebieten nach Sibirien und Kasachstan zwangsumgesiedelt wurden. Rund 350.000 Menschen kamen in Arbeitslager (trudarmija), mindestens 150.000 Menschen verloren ihr Leben.

Im Vortrag werden die Ereignisse vor 80 Jahren rekapituliert und im Zusammenhang der stalinistischen Politik der gewaltsamen Umsiedlung von Menschen, aber auch des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, verortet. Zugleich wird der Blick in die Gegenwart und Zukunft gerichtet: Wie ging die russlanddeutsche Geschichte nach dem Tod Stalins 1953 weiter? Was bedeutet das „sowjetische Gepäck“, das die Menschen mit in die Bundesrepublik brachten, bis heute für ihr Selbstverständnis? Und welche Perspektiven gibt es, die russlanddeutschen Erfahrungen auch zukünftig in einer (post)migrantischen Gesellschaft präsent zu halten?  

Der Vortrag am Freitag, den 3. September 2021 ab 19.00 Uhr ist sowohl als Präsenzveranstaltung wie als Livestream geplant. Die Durchführung als Präsenzveranstaltung ist an die aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz vor dem Hintergrund der Covid 19-Pandemie gekoppelt. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig: info@gnadenkirche-tidofeld.org

Der Link zum Livestream folgt in Kürze an dieser Stelle.