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»Wer fragt schon die Kinder?«

Joachim Strybny liest aus seinen Lebenserinnerungen

N.N.
19 Uhr

Wo: Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld
Donaustr. 12, 26506 Norden

Joachim Strybny wurde am 6. Juni 1937 im niederschlesischen Glatz geboren. Die Zeit seiner behüteten Kindheit währte nur kurz. Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entschieden die alliierten Siegermächte die politische und territoriale Neuordnung Deutschlands, von der die Familie Strybny direkt betroffen war. Im Januar 1946 wurde sie aus Schlesien ausgewiesen. 13 Tage lang waren sie in einem Güterzug unterwegs, Ziel unbekannt. Kälte, Plünderungen und eine ungewisse Zukunft waren ihre ständigen Begleiter.

Vertrieben aus ihrer Heimat, erreichte er mit seiner Mutter und weiteren Angehörigen Anfang Februar 1946 Aurich. Von dort aus wurden sie auf einen Bauernhof nach Arle weiterverteilt. Erst in Ostfriesland sah Joachim Strybny seinen aus Kriegsgefangenschaft entlassenen Vater wieder. Die Jahre nach der Ankunft waren wechselvoll: Sowohl die Sicherung der finanziellen Existenz der Familie als auch die soziale und kulturelle Eingliederung benötigte Zeit und erforderte großen Lebensmut. In späteren Jahren war es Joachim Strybny möglich, das Ulrichsgymnasium in Norden zu besuchen. Nach seinem Abitur studierte er Deutsch und Geografie in Göttingen. Das Studium musste er sich mit Hilfe zahlreicher Gelegenheitsjobs – zumeist als Musiker – in Eigenleistung finanzieren. Sein Weg führte ihn schließlich zurück nach Norden, wo er am Ulrichsgymnasium eine Stelle als Lehrer antrat. In Norden heiratete er seine Jugendliebe Meta. Die beiden gründeten eine Familie und bekamen zwei Söhne. 

Die Erinnerungen eines Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Vertreibung, Ankunft und Eingliederung setzt Joachim Strybny bei seiner Lesung immer wieder in den historisch-politischen Kontext der Zeit.