Träger

Die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld wird vom gleichnamigen Trägerverein betrieben. Der Verein setzt sich aus institutionellen und privaten Mitgliedern zusammen. Die institutionellen Mitglieder sind der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Norden, das Bistum Osnabrück, die Stadt Norden und der Landkreis Aurich.
Schirmherr ist der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister.
Der als gemeinnützig anerkannte Verein vertritt christliche und humanistische Grundwerte. Er arbeitet parteiunabhängig und konfessionsübergreifend. Er ist an der Förderung internationaler Gesinnung und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens verpflichtet.
Die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld ist offizieller Friedensort der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. In den kommenden Jahren wird die Dokumentationsstätte baulich und inhaltlich zu einem Migrationsmuseum erweitert – es erhält mit dem Forum Boatpeople einen weiteren Schwerpunkt.

In ihrer Dauerausstellung setzt die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld die Ankunftsgeschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Ostpreußen, Pommern und Schlesien während und nach dem Zweiten Weltkrieg in die Kontinuität der bundesdeutschen Einwanderungsgeschichte. Tidofeld als historischer Ort war eines der größten Aufnahmelager für Flüchtlinge und Vertriebene in der Britischen Besatzungszone und auf dem Gebiet des späteren Bundeslandes Niedersachsen. Tidofeld ist eines der wenigen Beispiele dafür, dass sich ein Lager zu einem Stadtteil entwickelte. Heute ist Tidofeld der kleinste Stadtteil der ostfriesischen Küstenstadt Norden und Spiegelbild der deutschen Einwanderungsgesellschaft.
In der Dauerausstellung ist Tidofeld der Ausgangspunkt, wobei der Fokus der Betrachtung auf Gesamtniedersachsen und Nordwestdeutschland erweitert wird. Die menschlich-komplexen Erfahrungen von Heimatverlust, Neuanfang und Integration werden in besonderer Weise in den Blick genommen: Lebensgeschichtliche Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und persönliche Erinnerungsstücke prägen den Kern der Ausstellung. Die Gesamtdimensionen werden in Text- und Bildinformationen, Installationen, einem Lagermodell und historischen Dokumenten nachvollziehbar. Die Sammlung wird fortlaufend gepflegt, erweitert und erschlossen.
Die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld ist zeitgeschichtlicher Lern- und Bildungsort für Schulklassen, Gruppen und Konfirmanden. Wesentlich sind des Weiteren Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Gesprächsrunden mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Filmpräsentationen. Ebenso werden in regelmäßigen Abständen eigene Wanderausstellungen erarbeitet und Publikationen veröffentlicht. Diese Maßnahmen bieten die Möglichkeit über die Ausstellungsbezogenen Themenbereiche hinauszugehen und als Dialogmedium zu wirken: Begegnungen und der Austausch zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen werden aktiv gefördert.

Der Trägerverein Gnadenkirche Tidofeld und der 2019 gegründete »Arbeitskreis Forum Boatpeople« werden die Dokumentationsstätte baulich und inhaltlich erweitern.

Mit Mitteln und Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, des Landkreises Aurich und der Stadt Norden ist eine Sockelfinanzierung gesichert. Förderzusagen der Sparkassenstiftung Niedersachsen gemeinsam mit der Sparkasse Aurich-Norden, der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover, der Hanns-Lilje-Stiftung sowie der Bürgerstiftung Norden komplettieren das Projektvorhaben auf eine Gesamtsumme von 3 Millionen Euro. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers sichert darüber hinaus mögliche Finanzierungslücken ab. Spenden zur Unterstützung des Projekts sind weiterhin willkommen.

Mit dem geplanten Neubau entsteht ab 2027/2028 ein Museumsort, der bundesdeutsche Einwanderungsgeschichte beispielhaft aus regionaler Perspektive erzählt. Mit der Ankunfts- und Integrationsgeschichte der südvietnamesischen Bootsflüchtlinge, die ab den späten 1970er Jahren in die Bundesrepublik kamen, wird ein weiterer Themenschwerpunkt gesetzt. Mehr als die Hälfte der vom Land Niedersachsen aufgenommenen Boatpeople erreichte über Norden-Norddeich erstmals deutschen Boden.

Die zukünftige Ausstellung wird von lebensgeschichtlichen Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie von persönlichen Erinnerungsstücken geprägt sein. Sie gibt Einblicke in Erfahrungen von Flucht, Ankunft und Neuanfang und macht Migrationsgeschichte aus individueller Perspektive erfahrbar. Die Dokumentationsstätte freut sich über die Schenkung oder Leihgabe persönlicher Objekte, Fotografien, Dokumente und Erinnerungsstücke und möchte ihre Sammlung gezielt erweitern.

Der »Arbeitskreis Forum Boatpeople« versteht sich als offenes und partizipatives Projekt und freut sich über Interessierte, Unterstützende und Mitwirkende.

Nehmen Sie gerne Kontakt auf, wenn Sie unser Vorhaben in einer der genannten Formen unterstützen möchten.

Das Projekt wird unterstützt durch die Vereinigung der vietnamesischen Katholiken in Deutschland und die Viên Giác Pagode Hannover.

Der aktuelle Vereinsvorstand setzt sich wie folgt zusammen:

1. VorsitzenderChristian Neumann (Superintendent)
2. Vorsitzender und SchatzmeisterDipl.-Ing. Heiko Kremer (Architekt)
Wissenschaftlicher LeiterDr. Hermann Queckenstedt (Direktor des Diözesanmuseums, Katholisches Bistum Osnabrück)
SchriftführerinMonika Heuermann
BeisitzendeDr. Helmut Kirschstein (Superintendent i.R.)
Kiet Hoang (Zahnarzt – Arbeitskreis Forum Boatpeople)
Mahmoud Mahmed (Flüchtlingsbeauftragter Landkreis Aurich)

Der Wissenschaftliche Beirat wird 2026 neu zusammengesetzt.


Die Satzung des Vereins ist hier abrufbar: